PrivatpersonenBlogIVF – Was ist In-vitro-Fertilisation?
Unfruchtbarkeit und Behandlung

IVF – Was ist In-vitro-Fertilisation?

Was ist IVF?

Sicher haben Sie schon einmal von der In-vitro-Fertilisation, oder kurz IVF, gehört. Wissen Sie aber auch, wie sie im Detail abläuft und wann die IVF das Mittel der Wahl ist? Oder wie viele Samenhalme Sie für eine IVF-Behandlung mit Spendersamen bestellen müssen? Wie erklären Ihnen im Folgenden gerne, was Sie zum Thema wissen sollten.

Was ist eine IVF-Behandlung?

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine fortpflanzungsmedizinische Behandlungsmethode. In vitro bedeutet dabei „im Glas“. Diese Bezeichnung rührt daher, dass die Eizelle in einer Petrischale von Hand mit dem Sperma befruchtet wird. Wenn sich ein Embryo bildet, transferiert ein Arzt diesen in die Gebärmutter, wo sich der Embryo im Optimalfall einnistet und eine Schwangerschaft eintritt.

Seit im Jahr 1978 das erste Kind aus einer In-vitro-Fertilisation geboren wurde, sind mit dieser Methode Millionen von Frauen schwanger geworden. 

Wie eine IVF-behandlung abläuft und funktioniert  

  • Schritt 1: Zu Beginn einer IVF-Behandlung müssen Fruchtbarkeitsmedikamente eingenommen werden. Diese bestehen bei einer In-vitro-Fertilisation aus Hormonen, die die Reifung der Eizellen in den Follikeln der Eierstöcke stimulieren sollen. Ohne Medikation reift in der fruchtbaren Phase der Frau jeweils nur eine Eizelle heran, mit den Hormonen dagegen gleich mehrere.
  • Schritt 1: Sobald die Eizellen in den Eierstöcken ausreichend herangereift sind, werden sie unter Betäubung abgesaugt. Dies findet in der Regel 36 Stunden nach dem Setzen der sogenannten Auslösespritze statt. Die Eizellen werden für die Insemination von einem Kinderwunscharzt mithilfe einer Entnahmekanüle aus den Eierstöcken entnommen.
Graphische Darstellung eines IVF-Verfahrens

Graphische Darstellung eines IVF-Verfahrens

  • Schritt 3: Nach der Entnahme der Eizellen bereitet der Arzt die Eizellen für die Befruchtung in einer Petrischale vor. Schließlich werden Samenzellen in die Petrischale mit der Eizelle gegeben, um diese zu befruchten. Alternativ kann der Embryologe je ein Spermium direkt in die einzelnen Eizellen einführen, um die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung zu erhöhen. Dies wird dann ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) genannt.
  • Schritt 4: Wenn es zu einer Befruchtung der Eizellen durch die Spermien gekommen ist, bilden sich Embryos. Die Embryos wachsen 3 bis 5 Tage lang in einem Inkubator heran, bis sie ausreichend entwickelt sind.
  • Schritt 5: Wenn sich die Embryos ausreichend entwickelt haben, transferiert der Embryologe einen oder mehrere Embryos mithilfe eines Katheters in die Gebärmutter der Frau. Wie viele Embryos transferiert werden, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem bzw. Ihrer eventuell vorhandenen Partner in und dem Kinderwunscharzt. Oft wird aus gesundheitlichen Gesichtspunkten nur ein einzelner Embryo transferiert, da das Risiko bei Zwillingsgeburten sowohl für die Kinder als auch die Mutter höher ist. Bei Erfolg kommt es im Anschluss zu einer Schwangerschaft. Damit ist die Behandlung beendet. Wenn sich mehr als ein Embryo erfolgreich entwickelt, können die überzähligen Embryos eingefroren und für einen weiteren Versuch oder für Geschwisterkinder genutzt werden.

Wann kommt eine In-vitro-Fertilisation infrage?

Eine In-vitro-Fertilisation kommt dann infrage, wenn bei Ihnen Störungen im Bereich der Eileiter vorliegen oder Sie beispielsweise an Krankheiten wie Endometriose oder dem polyzystischen Ovarialsyndrom leiden. Die IVF ist auch dann eine Option, wenn sich bei Ihnen trotz mehrerer Versuche und ohne Befund über längere Zeit keine Schwangerschaft einstellt oder die Spermienmotilität des Mannes niedrig ist. Wenn die Eizellen der Frau nicht ausreichend gesund sind, kann eine IVF auch mit gespendeten Eizellen durchgeführt werden

IVF-Behandlungen mit Spendersamen

Auch wenn Sie sich, allein oder als Paar, einer IVF-Behandlung unter Verwendung von Spendersamen unterziehen, wird das Verfahren wie oben beschrieben ablaufen. Der einzige Unterschied ist, dass Sie einen Samenspender aussuchen und dafür sorgen müssen, dass der Spendersamen rechtzeitig vor der Behandlung bestellt wird. Wenn Sie mehr über die Auswahl eines Samenspenders erfahren möchten, folgen Sie dem Link zu unserem entsprechenden Blogartikel.

Wie viele Samenhalme werden für eine IVF benötigt?

Wenn Sie sich einer IVF-Behandlung mit Spendersamen unterziehen, empfiehlt Ihnen Cryos, 1 Samenhalm mit dem Motilitätswert 5 (MOT5) zu bestellen. Sie können aber auch Samenhalme mit einer höheren Motilität verwenden. Über unsere kostenlose Samenspendersuche können Sie Samenhalme für die Behandlung in Ihrer Kinderwunschklinik bestellen. Bei Fragen zum Ablauf hilft Ihnen das Customer Care Team von die dänische Samenbank Cryos gerne weiter.

In unserer Facebook-Gruppe Family Dreams treffen Sie andere Menschen, die entweder bereits Kinder mithilfe von Spendersamen bekommen haben oder gerade dabei sind, sich einer Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen zu unterziehen.

Welcher Spermatyp wird für In-vitro-Fertilisationen verwendet?

Für eine erfolgreiche In-vitro-Fertilisation benötigen Sie IUI-Sperma, bei dem die natürlichen Ejakulationsflüssigkeiten entfernt wurden. Da die Befruchtung in einer Petrischale erfolgt, muss das Sperma aufbereitet sein.

So ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass die Spermien die Eizellen auch wirklich befruchten.

Frau bei einer Ultraschalluntersuchung nach einer IVF-Behandlung

Erfolgschancen bei einer In-vitro-Fertilisation

Wie bei anderen Arten von Kinderwunschbehandlungen auch, ist die Erfolgsquote bei der In-vitro-Fertilisation von verschiedenen Faktoren abhängig, wie etwa dem Alter, dem Lebensstil und dem BMI. Alle diese Faktoren beeinflussen den Erfolg einer IVF-Behandlung erheblich, insbesondere das Alter. Studien zeigen, dass die Erfolgsquote von IVF-Behandlungen bei Frauen im Alter zwischen 35 und 39 Jahren bei 23 % liegt, wogegen bei Frauen im Alter zwischen 40 und 44 Jahren die Chance, per IVF schwanger zu werden, nur noch 10 % beträgt.

Gemäß Studien gibt es allerdings beim Gesamtprozentsatz an Lebendgeburten von Embryos bei der In-vitro-Fertilisation einen positiven Trend. So hat sich dieser Prozentsatz von 22 % im Jahr 2010 auf 28 % im Jahr 2019 gesteigert. Die verbesserten Erfolgschancen können auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, wie etwa den Fortschritt bei Medizin und Laborverfahren, einen stärkeren Fokus auf einen angepassten Lebensstil sowie bessere diagnostische Fähigkeiten.

Wie sich die Erfolgschancen einer IVF-Behandlung steigern lassen

Wenn Sie ein Kind mithilfe einer In-vitro-Fertilisation bekommen möchten, würden Sie wahrscheinlich nahezu alles tun, um Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen. Wie bei jeder anderen Kinderwunschbehandlung, kommt es auch bei der IVF auf Ihre Fruchtbarkeit an. Wenn Sie also Ihre Erfolgschancen bei einer IVF-Behandlung erhöhen möchten, sollten Sie sich darauf konzentrieren, Ihre Fruchtbarkeit zu verbessern.

Lebensstil: Studien belegen, dass ein gesunder Lebensstil entscheidend ist, um die Fruchtbarkeit zu verbessern und die Erfolgschancen einer IVF-Behandlung zu erhöhen. So sollten Sie sich beispielsweise ausgewogen ernähren, wozu etwa die folgenden Nahrungsmittel beitragen können:

  • Beeren
  • Gemüse
  • Obst
  • Nüsse
  • Avocados
  • Fleisch
  • Fisch

Achten Sie bei einer ausgewogenen Ernährung insbesondere darauf, dass Ihr Körper genug Vitamin D bekommt. Ergänzen Sie Ihre Ernährung bei Bedarf ggf. mit einem Vitamin-D-haltigen Nahrungsergänzungsmittel.

Worauf Sie verzichten sollten: Wenn Sie am Anfang einer Kinderwunschbehandlung per In-vitro-Fertilisation stehen und Ihre Fruchtbarkeit erhöhen möchten, sollten Sie bestimmte Dinge vermeiden, die Ihre Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. So sollten Sie auf Alkohol und Rauchen verzichten und auch Ihren Koffeinkonsum reduzieren. 5 Tassen Kaffee am Tag können schon zu viel sein. Lassen Sie daher lieber die ein oder andere Tasse weg.

Akupunktur: Um Ihre Kinderwunschbehandlung zu unterstützen, empfiehlt unsere Hebamme Julie Akupunktur. Zwar gibt es keine Studien, die einen Zusammenhang zwischen Akupunktur und einer höheren Fruchtbarkeit belegen würden, doch kann diese Behandlung den Hormonspiegel regulieren sowie das Immun- und Nervensystem stärken. Außerdem wirkt sich Akupunktur positiv auf die Blutversorgung der Eierstöcke und mentale Ungleichgewichte aus.

Unterschiede zwischen Kinderwunschbehandlungen

Wenn Sie sich für eine Kinderwunschbehandlung entscheiden, wird dies anfangs meist eine intrauterine Insemination (IUI) sein, da diese Behandlungsart normalerweise schmerzfrei ist, keine operativen Eingriffe erfordert und nur wenige Minuten dauert. Wenn Sie sich einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterziehen, haben Sie oft leider schon fehlgeschlagene IUI-Behandlungen hinter sich. Nachfolgend möchten wir Ihnen die Unterschiede zwischen einer IVF und verschiedenen anderen Kinderwunschbehandlungen vorstellen und Ihnen zeigen, welche Möglichkeiten Sie haben, wenn eine bestimmte Behandlung keinen Erfolg hat.

Kinderwunschärztin befruchtet Eizelle für IVF-Behandlung

Befruchtung einer Eizelle bei einer IVF-Behandlung

Unterschiede zwischen einer IVF- und einer IUI-Behandlung

Wie bereits erwähnt ist eine IVF eine Art der künstlichen Befruchtung, bei der ein Kinderwunscharzt Eizelle und Spermien in einer Petrischale zusammenbringt. Wenn sich ein Embryo bildet, wird dieser in die Gebärmutter der Patientin eingepflanzt und entwickelt sich dort weiter, was, wenn alles gut läuft, zu einer komplikationslosen Schwangerschaft und einer Lebendgeburt führt. Anders als bei der IVF wird bei der IUI-Behandlung keine Eizelle entnommen. Stattdessen wird Sperma mithilfe eines dünnen Kunststoffschlauchs direkt in die Gebärmutter gespritzt. Das bedeutet leider auch, dass die Erfolgschancen einer IUI niedriger sind als bei einer IVF, und zwar um 10 %.

Unterschiede zwischen einer IVF- und einer ICSI-Behandlung

Eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) hat mehr mit der IVF-Behandlung gemeinsam als die IUI. Im Grunde liegt der einzige Unterschied darin, dass bei der ICSI ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle eingeführt wird, statt die Spermien einfach zusammen mit der Eizelle in die Petrischale zu geben. Durch die direkte Befruchtung ist die Erfolgsquote bei einer ICSI-Behandlung höher als bei einer IVF.

Ihre Möglichkeiten, wenn eine IVF-Behandlung fehlschlägt

Es kommt vor, dass eine IVF-Behandlung ohne Erfolg bleibt. Wenn es auch nach mehreren Versuchen nicht klappt, sollten Sie überlegen, einen anderen Weg einzuschlagen.

Die meisten Frauen, die eine IVF machen, haben bereits eine IUI-Behandlung hinter sich oder haben geschädigte Eileiter, sodass eine IUI gar nicht erst infrage kommt. Falls die Patientin selbst unter Unfruchtbarkeit leidet, können Spendereizellen eine Lösung sein. Diese können befruchtet werden und bilden mit etwas Glück einen Embryo aus, der dann in die Gebärmutter der Frau eingesetzt wird. Spendereizellen haben schon vielen Frauen zu einer erfolgreichen Schwangerschaft und zum eigenen Kind verholfen.

Wenn allerdings der männliche Partner unter Unfruchtbarkeit aufgrund einer zu niedrigen Spermienmotilität leidet, kommt als nächster Schritt eine ICSI mit Spermienextraktion (d. h. die Spermien werden direkt aus den Testikeln des männlichen Partners entnommen) oder eine Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen infrage. Wenn Sie, um schwanger zu werden, einen Samenspender brauchen, wenden Sie sich bitte an unseren Customer Care Service. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantworten Ihnen gerne alle Ihre Fragen.