PrivatpersonenBlogTanja wollte auch ohne Partner Kinder bekommen – hier erzählt sie uns, wie sie ihren Traum verwirklicht hat
Freiwillig alleinerziehend, Eltern von Spenderkindern

Tanja wollte auch ohne Partner Kinder bekommen – hier erzählt sie uns, wie sie ihren Traum verwirklicht hat

By Cryos | 12/14/2020
Tanja wollte ohne Partner Kinder bekommen. Wie sie sich ihren Traum erfüllt hat, erfahren Sie hier

Mit 36 entschied sich die Dänin Tanja, auch ohne Partner ein Kind zu bekommen. Heute hat Tanja zwei fünfjährige Töchter, also Zwillinge. Und mittlerweile auch einen liebenden Mann. In diesem Blogpost lässt uns Tanja an ihren Gedanken teilhaben und gibt uns Tipps, wie man seinen Traum Wirklichkeit werden lässt und Mutter wird.

Jahrelang habe ich darüber nachgedacht, alleine ein Kind zu bekommen. Eine Entscheidung habe ich aber immer wieder aufgeschoben. Ich hatte unzählige Ausreden, warum gerade jetzt kein guter Zeitpunkt sei: 

  • Vielleicht stolpere ich ja demnächst beim Supermarkt über meinen Traumprinzen.
  • Oh, das eine Festival noch. Danach dann.
  • Ich bin in leitender Position. Das muss ich aber auch berücksichtigen.
  • Und gibt es nicht auch viele andere Frauen, die ihr Kind erst ganz spät bekommen?
  • Bin ich überhaupt ganz sicher? Will ich wirklich Mutter werden? 

Im Grunde hatte ich einfach Angst, den Schritt ins Unbekannte zu wagen. Ich hatte keine Ahnung, was mich als Mutter erwarten würde. Das Einzige, was mir völlig klar war: Es würde mein Leben umkrempeln. Zwei Jahre lang wälzte ich meine Gedanken hin und her. Ich wusste einfach nicht, ob es die richtige Entscheidung für mich sein würde. Allerdings sagte mir eine innere Stimme ohne Unterlass, dass ich bald etwas unternehmen müsse. Gleichzeitig wünschte ich mir zu der Zeit unbedingt einen Mann, mit dem ich zusammen Kinder haben könnte.   

Der Schritt zur Single-Mutter 

So richtig jung war ich damals auch nicht mehr. Als dann eine meine Freundinnen mit 40 durch eine ICSI-Behandlung schwanger wurde, machte es bei mir Klick. Ich entschied mich, mir selbst zu vertrauen, und machte mich auf den Weg, ohne Partner Mutter zu werden. Damals war ich 36 Jahre alt und bei den ersten Tests stellte sich heraus, dass ich nicht sehr fruchtbar war. Es standen nur wenige Eizellen zur Verfügung, deren Qualität nicht sonderlich gut war. Für mich war es dann klar: Es musste jetzt sein! Ich wollte mir meinen Traum vom eigenen Kind mithilfe eines Samenspenders erfüllen. 

Die beiden Töchter der Single-Mutter Tanja im Wald

Alleinstehend mit Zwillingen 

Mutter zu werden, war mit Abstand die wichtigste und beste Entscheidung meines Lebens. Gleichzeitig war es aber auch harte Arbeit, sowohl körperlich als auch als Mensch und Mutter. Meine Sehnsucht, jemandem meine Liebe schenken zu können, hat sich erfüllt und quält mich nicht mehr. Andererseits habe ich ein ganz neues Leben zu Hause kennengelernt, das von vielen Routinen geprägt ist, und in den ersten Jahren von viel zu wenig Schlaf. Worin ich mittlerweile aber Expertin bin ist, auch ein bisschen Chaos und Staub gut sein zu lassen und mich mit meinen zwei Mädels einfach mal zu einem Schläfchen hinzulegen. Wichtig ist, dass ich eine gute Mutter sein kann.  

Hilfe durch das persönliche Netzwerk 

Ich habe immer darauf geachtet, dass ich zwischendurch auch mal Zeit für mich habe. Damit das klappt, habe ich sehr aktiv mit meinem „Dorf“ zusammengearbeitet, also lieben Menschen in meinem Netzwerk, die mich mit meinen Kindern unterstützen. Anfangs ging es in der Regel nur um ein oder zwei Stunden. Heute ist manchmal sogar ein ganzes freies Wochenende drin. Mir ist dieser Freiraum unheimlich wichtig, da ich in dieser Zeit meine Batterien neu aufladen kann.  

Erst die Kinder, dann der Mann 

Als meine Töchter 2 Jahre alt waren, fing ich wieder mit dem Daten an, aber anders als vorher. Meistens traf ich mich zum Kaffee zu Hause im Wohnzimmer, wenn die beiden Kleinen gerade schliefen. Irgendwann traf ich dann einen, der mir gefiel, und mit dem ich dann zusammenkam. Wir nahmen uns viel Zeit, uns kennenzulernen, ohne gleich Kinder oder Familien einzubinden. Für mich war es eine Art Freiheit, in der ich meinen Wunsch nach Intimität und dem Kontakt mit Erwachsenen befriedigen konnte. Mittlerweile sind wir schon drei Jahre zusammen und haben unsere Familien gegenseitig kennengelernt. Wir unterstützen uns im Alltag. Mein Freund kümmert sich dabei oft auch um die Mädchen, wie etwa wenn ich abends zu tun habe. 

Tanja ist alleinerziehende Mutter und hat jetzt auch den Mann fürs Leben gefunden – hier umarmt sie ihre beiden Töchter

Wir wohnen nicht zusammen, da unsere Kinder sehr unterschiedlich alt sind. Und das klappt ausgesprochen gut. Wenn wir dann zusammen sind, haben wir mehr Qualitätszeit miteinander. So können wir uns auch besser um die Bedürfnisse unserer Familien kümmern. 

Mit vielen kleinen Schritten aus der Komfortzone 

Viele Frauen, mit denen ich spreche, schieben ihre Entscheidung auf, weil sie lieber erst die Liebe finden möchten und Angst haben als alleinstehende Mutter nicht zurechtzukommen. In 95 % unserer Zeit bleiben wir lieber in der sicheren Komfortzone. Damit setzen wir aber unser Glück aufs Spiel. Ab 35 nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen laut Studien drastisch ab. 
 
Wie auch ich selbst, schieben viele Frauen, mit denen ich spreche, das Thema „Kind“ lieber auf. Sie denken, dass sich auch so eine Lösung ergeben wird, ohne dass sie etwas dafür tun müssen. Das ist aber Quatsch. Mein Tipp hier sind kleine Schritte. So wirkt der Weg zum eigenen Kind gleich viel machbarer und weniger surreal. 

Tanjas Tochter wurde mithilfe einer Samenspende gezeugt

Tanjas drei Tipps für Frauen, die sich auch ohne Partner den Traum vom Kind erfüllen möchten: 

  • Sucht auf Facebook oder Instagram nach Gruppen für alleinerziehende Mütter, wo auch Single-Mütter ihre Erfahrungen mit euch teilen. 
  • Lernt alleinerziehende Mütter kennen und verbringt Zeit mit ihnen, um ihr Leben und ihren Alltag kennenzulernen. 
  • Schreibt Tagebuch. Am besten fangt ihr damit an aufzuschreiben, warum ihr Mutter werden wollt.