Wege zur Schwangerschaft für lesbische Paare: Was Sie wissen sollten
Als lesbisches Paar schwanger zu werden, klingt zunächst schwierig. Aber im Grunde brauchen Sie für ein Kind nur drei Dinge: Sperma, eine Eizelle und einen Bauch, in dem die Eizelle wachsen kann. Am häufigsten werden für eine Schwangerschaft die Dienste eines Samenspenders in Anspruch genommen. Etwa 30 % der Privatkundschaft von Cryos sind lesbische Paare, die mithilfe von Spendersamen schwanger werden möchten. Hierfür stehen allerdings gleiche mehrere verschiedene Optionen zur Verfügung. Lesen Sie weiter und lernen Sie sie im Einzelnen kennen.
Behandlungsmöglichkeiten mit Spendersamen für lesbische Paare
Wenn lesbische Paare Kinder mithilfe von Spendersamen bekommen möchten, können sie sich in der Regel nach einem der folgenden Verfahren behandeln lassen:
- Intrauterine Insemination (IUI) mit Spendersamen
- In-vitro-Fertilisation (IVF-Behandlungen)
- Reziproke In-vitro-Fertilisation (auch doppelte Mutterschaft bzw. ROPA)
Alle drei Möglichkeiten werden von lesbischen Paaren, die sich Kinder wünschen, gern gewählt, sind aber sehr verschieden. Bitte besprechen Sie sich immer zuerst mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, bevor Sie sich für eine bestimmte Kinderwunschbehandlung entscheiden.
Welche Kinderwunschbehandlung Sie wählen, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben, ob Sie gesund und gebärfähig sind, Ihrem Budget und den Gesetzen Ihres Landes ab. Zwar gibt es weitere Alternativen (die wir Ihnen weiter unten vorstellen werden), doch wenn wir von Behandlungen mit Spendersamen in einer Klinik sprechen, geht es bei lesbischen Paaren meist um eine intrauterine Insemination (IUI), In-vitro-Fertilisation (IVF) oder eine reziproke In-vitro-Fertilisation (auch als doppelte Mutterschaft oder ROPA-Methode bezeichnet).
1. Intrauterine Insemination (IUI) im Überblick
Für viele lesbische Paare ist am Anfang sicher die intrauterine Insemination (IUI) das Mittel der Wahl, da es die einfachste und kostengünstigste Art der Kinderwunschbehandlung ist. Bei einer IUI führt ein Arzt bzw. einer Ärztin das Sperma mit einem dünnen Kunststoffröhrchen in die Gebärmutter der Frau ein. Das dauert nur wenige Minuten. Schmerzmittel oder andere Medikamente müssen nicht eingenommen werden.
Häufig reicht schon diese einfache Kinderwunschbehandlung aus, um den Kinderwunsch wahr werden zu lassen. Wenn jedoch die Möglichkeit besteht, dass Fruchtbarkeitsprobleme vorliegen, oder die IUI nicht erfolgreich verläuft, kann es notwendig sein, eine komplexere Kinderwunschbehandlung zu versuchen, um den beiden Müttern in spe ihren Kinderwunsch zu erfüllen.
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2. In-vitro-Fertilisation (IVF) im Überblick
Eine In-vitro-Fertilisation ist invasiver und zeitaufwändiger als eine IUI und geht auch mit höheren Kosten einher. Allerdings sind auch die Erfolgsaussichten höher. Bei einer IVF kann eine vorangehende Hormontherapie die Eizellbildung stimulieren und den Behandlungserfolg unterstützen. Wenn es so weit ist, werden die Eizellen aus den Eierstöcken entnommen und im Labor mit Spendersamen befruchtet.
Bei gutem Verlauf haben sich die befruchteten Eizellen nach einigen Tagen zu Embryos entwickelt, die dann in die Gebärmutter der Frau transferiert oder zunächst für eine spätere Verwendung eingefroren werden können. Wenn bei Ihnen als gleichgeschlechtlichem Paar die IUI drei- bis fünfmal erfolglos geblieben ist, ist die IVF in der Regel der nächste Schritt auf Ihrer Kinderwunschreise.
Folgen Sie dem Link, um mehr über IVF zu erfahren und wie sie für lesbische Paare funktioniert.
3. Reziproke In-vitro-Fertilisation im Überblick
Die reziproke In-vitro-Fertilisation, die manchmal auch als doppelte Mutterschaft oder als ROPA-Methode bezeichnet wird, ist bei lesbischen Paaren beliebt. Allerdings erlauben nicht alle Länder diese Art der Behandlung. Für die doppelte Mutterschaft werden Eizellen aus den Eierstöcken einer Frau entnommen, mit Spendersamen befruchtet, dann aber in die Gebärmutter der anderen Frau transferiert. Hier nistet sich der Embryo bei gutem Verlauf ein und es kommt zur Schwangerschaft. Auf diese Weise sind beide Frauen körperlich an der Schwangerschaft beteiligt. Die eine ist mit dem Kind blutsverwandt, teilt also ihre Gene mit ihm, die andere trägt das Kind aus, bringt es zur Welt und stillt es.
Wenn Sie sich als gleichgeschlechtliches Paar vorstellen können, mithilfe einer doppelten Mutterschaft beide Mütter zu werden, sollten Sie zunächst herausfinden, ob diese Art der Behandlung in Ihrem Land erlaubt ist oder Sie hierfür ins Ausland reisen müssen.
Welcher Weg zur Schwangerschaft ist der kostengünstigste?
Die IUI ist die am wenigsten invasive und meist kostengünstigste Kinderwunschbehandlung und daher gerade am Anfang der Kinderwunschreise für lesbische Paare interessant. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Kosten für eine IUI variieren können. Der genaue Preis hängt von den Kosten der Behandlung, der Herkunft des Spermas (bekannter Spender oder Samenbank) sowie von Medikation und Beobachtungsaufwand ab, die gegebenenfalls erforderlich sind. Bitte besprechen Sie mit einem Arzt bzw. einer Ärztin, welche der Optionen für Sie am besten geeignet ist.
3 Dinge, die Sie vor Beginn der Kinderwunschbehandlung beachten sollten
Bevor Sie sich als gleichgeschlechtliches Paar auf Ihre Kinderwunschreise begeben, gibt es ein paar Dinge, die Sie und Ihre Partnerin entscheiden und tun müssen. Hier möchten wir Ihnen drei Dinge ans Herz legen, die Sie vor der Behandlung mit Ihrer Partnerin besprechen sollten.
- Wer soll das Kind austragen?
Für lesbische Paare stellt sich vor Beginn einer Kinderwunschbehandlung eine wichtige Frage: Wer soll das Kind austragen? In die Entscheidung spielen viele Überlegungen und Faktoren hinein, so etwa das Alter, die Gesundheit und die persönlichen Wünsche. - Spenderauswahl
Die Auswahl eines Samenspenders, mit dem Sie beide glücklich sind, kann einige Zeit dauern. Es kann für Sie und Ihre Partnerin hilfreich sein, zunächst zu überlegen, wie viel Sie über den Spender wissen möchten und ob Sie wollen, dass Ihr Kind später Kontakt zum Samenspender aufnehmen können soll oder nicht. - Wo soll die Behandlung stattfinden?
Leider sind Kinderwunschbehandlungen für lesbische Paare nicht in allen Ländern und Kliniken möglich. Daher sollten Sie zunächst herausfinden, wo Sie sich behandeln lassen können. Suchen Sie eine Kinderwunschklinik, die auch gleichgeschlechtlichen Paaren offensteht, und möglichst in Ihrer Nähe liegt. Bitte machen Sie sich auch über die rechtliche Seite der Mutterschaft als lesbisches Paar Gedanken. Auch dieser Aspekt ist von Land zu Land sehr verschieden. Wenn Sie sich Hilfe wünschen, berät Sie Cryos gern zu Ihren Möglichkeiten und hilft Ihnen, eine passende Kinderwunschklinik zu finden.
Wie die Behandlung für lesbische Paare abläuft
Was kommt auf Sie zu, wenn Sie sich als lesbisches Paar einer Kinderwunschbehandlung unterziehen? Zunächst sei gesagt: Der Behandlungsprozess ist individuell und an Ihren Körper, genauer gesagt an Ihren Menstruationszyklus, angepasst. Daher sollten Sie bereits vorab Ihren Zyklus im Auge behalten. Ihren Zyklus zu kennen wird es Ihnen und Ihrer Klinik deutlich erleichtern, die Behandlung zu planen. Weiterhin sollten Sie wissen, dass die Behandlung bei lesbischen Paaren größtenteils genauso abläuft wie bei anderen Paaren und Singles auch.
Sobald Sie sich entschieden haben, wer das Kind austragen soll, steht am Anfang meist eine Blutuntersuchung am dritten Tag Ihrer Periode. Mit dieser Untersuchung wird Ihr Hormonspiegel gemessen. Wenn die Behandlung einmal geplant ist, müssen Sie vorab Spendersamen bestellen und an Ihre Klinik liefern lassen.
Wie eine IUI abläuft
Wenn Sie eine IUI durchführen lassen, erfolgt die Insemination mit dem Sperma ungefähr zum Zeitpunkt des Eisprungs in der Kinderwunschklinik. Mittels Ultraschall kann der Kinderwunscharzt bzw. die Kinderwunschärztin feststellen, wann ungefähr der Eisprung stattfinden wird. Um den Zeitpunkt und damit den Prozess besser planen zu können, verschreibt Ihnen die Klinik möglicherweise niedrige Hormondosen und/oder löst den Eisprung direkt per Spritze aus. Bei Hormonspritzen schrecken Sie vielleicht ein wenig zurück, aber denken Sie bitte daran: Sie dienen nur dazu, die bestmöglichen Bedingungen für eine erfolgreiche Behandlung sicherzustellen. Um sich die Angst ein wenig zu nehmen und es gemeinsam durchzustehen, übernehmen viele lesbische Paare die Injektionen selbst. Die Partnerin, die die Behandlung erhält, bekommt die Spritze also nicht von einer fremden Person, sondern von der eigenen Partnerin.
Nach zwei Wochen ist es dann soweit und Sie können einen Schwangerschaftstest machen. Bitte warten Sie unbedingt diese zwei Wochen ab, auch wenn die Neugier noch so groß ist. Gerade wenn Sie eine Auslösespritze bekommen haben, können die dort enthaltenen Hormone in den ersten Wochen einen falsch positiven Schwangerschaftstest liefern. Wenn Sie gerne wissen möchten, wann Sie einen Test machen sollten, folgen Sie dem Link zu unserem Blogartikel.
Wie eine IVF abläuft
Bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF), egal ob reziprok oder einfach, müssen der Frau, der die Eizellen entnommen werden sollen, in der Regel ein oder zwei Wochen vor der Eizellentnahme Hormone gespritzt werden. Diese Hormone unterstützen die Reifung der Eizellen und sorgen dafür, dass möglichst viele Eizellen entnommen werden können. Art und Dosierung der Hormone werden auf Sie abgestimmt. Dennoch kann es sein, dass Sie sich, je nachdem wie Ihr Körper anspricht, etwas unwohl fühlen. Während dieses Schritts werden Sie für gewöhnlich in regelmäßigen Abständen per Ultraschall untersucht, um festzustellen, wie weit die Reifung der Eizellen fortgeschritten ist.
Wenn es so weit ist, wird eine Spritze gegeben, die zu einem LH-Anstieg führt, der wiederum 36 Stunden später den Eisprung auslöst. Bei der Eizellentnahme kann es sein, dass Sie eine intravenöse Sedierung und Schmerzmittel erhalten. Der Kinderwunscharzt bzw. die Kinderwunschärztin entnimmt dann aus jedem Follikel das Ei und setzt es in eine Petrischale. Sie und Ihre Partnerin können den Vorgang normalerweise auf einem Bildschirm verfolgen. Wie lange der Eingriff dauert, hängt von der Anzahl der Eizellen ab. Nach dem Eingriff benötigen Sie Ruhe. Planen Sie also bitte für den Rest des Tages nichts mehr ein.
In der Zwischenzeit wird Spendersamen zu den reifen Eizellen gegeben, die dann fünf bis sechs Tage beobachtet werden, um zu sehen, ob die Befruchtung erfolgreich war und sie sich zu Embryos entwickeln. Entwickelte Embryos werden daraufhin in die Gebärmutter der Frau transferiert, die das Kind austragen soll. Der Embryotransfer selbst ist unkompliziert und dauert meist nur etwa 10 Minuten. Eine Anästhesie ist nicht erforderlich.
Nach etwa zwei Wochen zeigt ein Bluttest, ob die Behandlung erfolgreich war und Sie sich schon bald auf eine kleine Familie freuen können, mit zwei Müttern und einem gemeinsamen Kind.
Spendereizellen für lesbische Paare
Wenn es Fruchtbarkeitsprobleme bei einer oder beiden Frauen in der lesbischen Partnerschaft gibt oder genetische Störungen, die an das Kind vererbt werden könnten, sind auch lesbische Paare eventuell auf Spendereizellen angewiesen. In solchen Fällen kann sich das Paar für die Eizelle einer gesunden und gründlich untersuchten Eizellspenderin entscheiden und so seine Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft und ein gesundes Kind erhöhen.
Hierbei möchten wir aber eine Sache betonen: Die Entscheidung für oder gegen Spendereizellen ist sehr persönlich. Die Gründe und Umstände, die ein Paar zu einer bestimmten Entscheidung bewegen, sind vielfältig.
Wege zur Schwangerschaft für lesbische Paare ohne Spendersamen
Ohne Samenzelle keine Schwangerschaft. Trotzdem gibt es für lesbische Paare Alternativen zu Spendersamen. Anstatt das Sperma eines Spenders von einer Samenbank wie Cryos zu verwenden, können lesbische Paare eine der folgenden Wege wählen:
- Adoption: Auch eine Adoption, ob Inlands- oder Auslandsadoption, kommt für lesbische Paare infrage.
- Co-Parenting: Ein bekannter Spender, etwa ein Freund, der gerne helfen möchte, kann als Spender einspringen. Ob er einfach nur als Spender dienen oder später auch Teil Ihrer Familie sein soll, sollten Sie im Vorhinein klären. Diese Familienkonstellation wird auch als Co-Parenting oder Regenbogenfamilie bezeichnet.
Für den Verzicht auf Spendersamen können verschiedene Gründe sprechen: die Kosten, die Gesetzgebung oder auch persönliche Wünsche und Überzeugungen.
Wie gleichgeschlechtliche Paare ihren Weg zum Wunschkind erlebt haben
Wenn Sie sich für die Erfahrungen von lesbischen Paaren interessieren, die bereits mithilfe eines Samenspenders Eltern geworden sind, können Sie unter den folgenden Links lesen, was uns einige unserer glücklichen Kundinnen geschrieben haben:
Wir helfen Ihnen gerne weiter
Cryos möchte Ihnen helfen, sich Ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Unser Customer Care Team beantwortet gerne Ihre Fragen zum Kauf von Spendersamen, zu Kinderwunschbehandlungen oder den Gesetzen in Ihrem Land und inwiefern diese Ihre Wahl von Spender und Behandlung beeinflussen.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, welche Möglichkeiten Sie haben, ein Kind mithilfe eines Spenders zu bekommen, dann betätigen Sie den Button weiter unten, der Sie zu unserer Spendersuche führt. Mehr über Spendersamen für lesbische Paare oder Beispielpreise bei der Bestellung von Spendersamen erfahren Sie, wenn Sie den entsprechenden Links folgen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Schwangerschaft lesbischer Paare
Können zwei Frauen ein Kind bekommen, mit dem beide genetisch verwandt sind?
Nein. Nur eine der beiden Frauen kann ihre Gene an das Kind weitergeben. Wenn Sie mithilfe eines Samenspenders schwanger werden, ist nur die Frau, die die Eizelle beisteuert, mit dem Kind blutsverwandt.
Kann eine Frau das Kind einer anderen Frau austragen?
Ja, wenn eine Frau das Kind einer anderen Frau austrägt, spricht man von Leihmutterschaft. Auf die Dienste einer Leihmutter greifen besonders Frauen mit Erbkrankheiten zurück oder Frauen, die aus irgendwelchen Gründen das Kind nicht selbst austragen können.
Wie viel kostet es, wenn zwei Frauen ein gemeinsames Kind bekommen möchten?
Wie teuer eine Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen für lesbische Paare ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa vom Behandlungsland, der Art der Kinderwunschbehandlung und dem gewählten Samenspender.


