Solomama werden – die beste Entscheidung meines Lebens
Malene wollte schon immer Mutter werden, auch als sie feststellte, dass Beziehungen nicht das Richtige für sie waren. Nach langem Überlegen und dem Lauschen auf die innere Stimme fand sie die Lösung: Sie wollte Solomutter werden. Hier lesen Sie ihre Geschichte.
Ich wollte schon immer Kinder. Das gehörte für mich einfach dazu. Einige Jahre lang hatte ich allerdings resigniert und dachte, das würde nicht mehr klappen. Denn Anfang dreißig merkte ich, dass ich lieber alleine als in einer Beziehung war. Das ging für mich nicht mit meinem Wunsch nach eigenen Kindern zusammen, daher hatte ich das abgeschrieben. Nach ein paar Jahren dann kam dann der Punkt, an dem ich mir sagte: „Nein“. Keine Mama zu werden, kommt nicht infrage. Im Herzen war ich es ja schon längst, Mutter. Jetzt musste ich es nur noch im echten Leben werden, und zwar auf eine Weise, die sich für mich richtig anfühlt.
Damals war ich schon Mitte/Ende dreißig. Ich habe mich auf Dates gezwungen. Ich wollte Kinder, also musste ich doch auch ..., oder nicht? Doch egal in welcher Beziehung, schon nach wenigen Monaten war ich weniger glücklich, weniger ich, selbst nach anfänglicher Verliebheit. Es fühlte sich einfach nicht richtig an. Es war sehr schwer für mich: Ich wollte unbedingt ein Kind, aber keinen Partner.
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Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, fühlt sich das verrückt an, aber ich bin damals gar nicht auf die Idee gekommen, Solomama zu werden. Ich kannte niemanden, der das so gemacht hätte, und ich konnte mich mit den wenigen freiwillig Alleinerziehenden, von denen ich gehört hatte, irgendwie nicht identifizieren. Sie waren gefühlt so anders als ich.
Sicher wären mir die ersten Schritte leichter gefallen, wenn ich jemanden gehabt hätte, der mit mir offen darüber spricht und seine Erfahrungen teilt, wie es ist Solomutter zu werden. Ich habe viel in mich hineingehört und mit mir selbst ausgemacht, wie Mutter zu sein für mich aussehen sollte und wie ich meine Kinder aufziehen wollte. Das hieß für mich:
Meine Kinder sollten sich geliebt, umsorgt und sicher fühlen. Sie sollten ein stabiles emotionales Umfeld haben, sodass sie sich auf die Menschen in ihrem Leben voll verlassen können. Da habe ich gemerkt: „Moment mal! Genau das kann ich bieten, ganz allein.“ Da war es entschieden. Ich würde meine eigene Familie haben. In meinem Herzen war mehr Liebe, als meine Kinder jemals brauchen würden, und sie konnten sich auf mich verlassen, ohne Wenn und Aber.
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Noch bevor ich mit meinem Arzt über die Kinderwunschbehandlung gesprochen hatte, war ich schon auf der Website von Cryos und habe mir für die Samenspendersuche ein Konto angelegt, um mir die Spender anzuschauen. Stundenlang hing ich an meinem Telefon und habe mir die Spender angeschaut, fast schon wie beim Flanieren durch die Einkaufsmeile.
Es sollte ein Spender sein, der mir selbst ähnlich sieht. Immerhin wollte ich, dass meine Kinder mir möglichst ähnlich sehen. Entschieden habe ich mich für einen Spender mit Erweitertem Profil. Ich wollte einfach mehr wissen. Das emotionale Intelligenzprofil hat mir sehr geholfen, da ich mir so die Persönlichkeit des Spenders besser vorstellen konnte. Alles in allem ist es mir sehr leicht gefallen, einen Samenspender auszuwählen. Auch der Prozess an sich war einfach. Als ich auf das Profil meines Spenders gestoßen bin, wusste ich sofort: Den möchte ich haben. Beim dritten Embryotransfer wurde ich schwanger. Und ein weiterer Embryo wartet auf mich, wenn ich für die nächste Kinderwunschbehandlung bereit bin.
Von Anfang an habe ich mit den Leuten offen über meine Entscheidung und meine Kinderwunschreise als Solomama gesprochen. Ich habe viele neue Freunde gefunden und mich mit Frauen ausgetauscht, die überlegen, den gleichen Weg zu gehen. Es war eine unglaubliche Erfahrung und ich bin sehr froh, dass ich andere ermutigen und auf ihrer Reise unterstützen konnte.
Schwanger zu sein, hat sich sehr gut angefühlt. Und ich konnte es kaum erwarten, meinen Kleinen endlich kennenzulernen. Im Sommer war es so weit und mein Sohn kam zur Welt. Ich kann sagen: Mutter zu sein ist das, was ich immer sein wollte!
Ich habe ihm neben dem ersten Vornamen den zweiten Namen Maximus gegeben. Das bedeutet „der Größte“, und wirklich, das ist er: das größte Geschenk, das ich je bekommen habe!
Ich bin glücklich, dass ich mich für diesen Weg entschieden und nun eine Familie habe, und freue mich schon sehr darauf, ihm irgendwann davon zu erzählen, wie er zur Welt gekommen ist.
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