Eine persönliche Geschichte über Fruchtbarkeitstourismus: Der Weg von Lisa und Isabella zur Elternschaft
Lernen Sie Isabella und Lisa kennen, die seit zwei Jahren verheiratet sind. Sie waren bereit, Eltern zu werden, und beschlossen, sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung zu unterziehen, um zu versuchen, ein weiteres Familienmitglied zu bekommen. Lesen Sie hier ihre Geschichte.
Mein Name ist Isabella, ich bin 30 Jahre alt und bald seit 2 Jahren mit meiner Frau Lisa verheiratet. Wir beide kennen uns schon unser halbes Leben. Wir haben zwei tolle Hundedamen, allerdings hat uns zu unserem vollständigen Glück jetzt noch ein eigenes Baby gefehlt, welches wir beide uns so sehr gewünscht haben
Wahl der Klinik und des Verfahrens
Dafür mussten wir in eine Kinderwunschklinik. Hiervon gibt es natürlich sehr viele und wir haben uns also informiert, welche Möglichkeiten und Methoden es für uns gibt. Letztendlich haben wir uns für die ROPA-Methode entschieden und uns eine Klinik in Österreich ausgesucht, weil die ROPA-Methode in Deutschland bisher nicht erlaubt ist.
Hierbei werden die Eizellen der einen (Ehe-)Partnerin mit einem Spendersamen befruchtet und bei der austragenden Partnerin eingesetzt. Unsere Klinik arbeitet mit zwei Samenbanken eng zusammen – unter anderem mit der Cryos Samenbank. Für diese haben wir uns letztendlich auch entschieden.
Wir begleiten Sie auf Ihrem Weg zum eigenen Kind
Bei Cryos erhalten Sie vollen Zugang zu allen Spenderprofilen, einschließlich Fotos, Tonaufnahmen der Stimme, handgeschriebenen Briefen und vielem mehr. Legen Sie einfach ein Online-Konto an. Geben Sie dazu lediglich Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Land an. Ein Cryos-Konto ist kostenlos und unverbindlich.
Auswahl des Spenders
Die langjährige Erfahrung und vor allem auch der Aufbau/die Übersicht zu den jeweiligen Spendern haben uns überzeugt. Denn man erfährt jede Menge Infos über den Spender – vor allem auch zur Gesundheit des Spenders und dessen Familie. Aber auch etwas über Hobbies, Ernährung, Aussehen und co. Das ganze Portal ist dazu noch absolut kostenlos.
In unserem Fall war auch ein Babyfoto hinterlegt. Manche Spender haben auch Erwachsenen-Fotos hinterlegt, die man sehen kann, wenn man ein erweitertes Profil hat. Auch die Face Matching Funktion kann man mit dem Basisprofil nutzen. Hierbei wird ein eigenes Bild mit den Spenderbildern verglichen und die Ergebnisse angezeigt, die am meisten Ähnlichkeit mit dem eigenen Foto anbieten.
Wir haben lange geschaut welcher Spender für uns der richtige ist, haben uns dann nach einigem Hin und Her entschieden, ganz einfach online bestellt und der Spendersamen wurde direkt in unsere Klinik geliefert. Ganz einfach in einem Stickstoff- oder Trockeneis Behälter.
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Die Behandlung
Die Nervosität und Aufregung vor dem ersten Transfer war wirklich riesig. So viele Medikamente und Hormone, jede Menge neuer Infos und Erfahrungen.
Leider waren die ersten zwei Versuche negativ. Der dritte Versuch im November 2022 hat tatsächlich geklappt und unsere Freude war unglaublich! Leider hat sich der Embryo nicht weiter entwickelt, mein Körper hat die Fehlgeburt nicht realisiert und somit musste ich im Februar 2023 einen medikamentösen Abbruch vornehmen. Das war eine wirklich harte und schwere Zeit für uns – sowohl für mich als auch für Lisa. Es hat eine Weile gedauert bis wir die Trauer darüber verarbeiten konnten. Wir haben wirklich viel darüber gesprochen, uns immer wieder damit beschäftigt und uns natürlich auch gefragt wieso das alles so kommen musste.
Auch die Frage wieso mein Körper mir so etwas antut oder der Gedanke, dass mein Körper „nichts auf die Reihe bekommt“, kam immer wieder auf. Aber wir haben das Ganze als eine Art Lebensaufgabe/Prüfung gesehen und deshalb war aufgeben für uns keine Option. Ich denke, dass dieses Erlebnis uns noch mehr zusammengeschweißt hat. Wir haben anschließend einen weiteren Transfer im Mai 2023 unternommen – also den vierten Versuch - der allerdings auch negativ war. Also haben wir zusammen mit der Klinik überlegt was wir noch untersuchen könnten.
Wir haben uns dann für eine ausführliche Immunologie-Untersuchung entschieden, bei der aufgefallen war, dass mir die aktivierenden und somit wichtigsten KIR-Gene fehlen. Außerdem war meine Schilddrüse für eine Kinderwunsch-Behandlung etwas zu hoch. Meine Schilddrüse wurde also ab sofort mit der geringsten Dosis eingestellt.
Ab dem nächsten Tag des nächsten Transfer im September 2023 musste ich mir täglich ein Medikament spritzen, was die fehlenden KIR-Gene „ersetzen“ sollte. Am 06. Oktober hatten wir dann die Gewissheit – dieser Versuch hat geklappt. Wir sind ein zweites Mal schwanger
Erfolgreich!
Natürlich war ständig ein Stück Angst dabei – vor allem bei den ersten Terminen, bis hin zum ersten Herzschlag. Denn diesen Meilenstein konnten wir in der ersten Schwangerschaft leider nicht erreichen.
Inzwischen bin ich in der 23. Schwangerschaftswoche angekommen und unserem kleinen Schatz geht es super! Von Termin zu Termin wird die Entspannung jedes Mal etwas größer und die Freude steigt umso mehr. Die Angst ist nicht mehr der ständige Begleiter – auch wenn es natürlich immer mal Momente gibt, in denen man an diese schlimme Zeit und vor allem auf diesen insgesamt sehr aufwühlenden Kinderwunschweg zurückdenkt. Es war eben eine Achterbahn der Gefühle.
Wir können unser Glück kaum fassen und freuen uns darauf, unser kleines „Krümelchen“ im Juni 2024 endlich kennen zu lernen.
Man darf die Hoffnung niemals aufgeben!
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